Über uns

Nachfolgend finden Sie Informationen zu unserer Gemeinde.


Daten und Fakten

  • 1.490 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand: 01.07.2021)
  • Im Jahre 1207 erstmals urkundlich erwähnt, über 800 Jahre Geschichte
  • 748 ha Gemeindefläche, davon 143,4 ha Wald
  • Baugebiet Bandhaus IV
  • Kindergarten und Grundschule am Ort
  • Evangelische und katholische Kirchengemeinden
  • Breites Vereinsangebot

Eindrücke


Edelfingen und seine Geschichte

Edelfingen feierte im Jahr 2007 das 800-jährige Jubiläum des ersten Nachweises unseres Dorfes in einer überlieferten Urkunde. Dass unser Gebiet schon viel länger besiedelt ist, darüber gibt es keine Zweifel. Vorgeschichtliche Funde, wie Scherben von Töpfen und Tassen, geschliffene Röhrenknochen bzw. Schmuckstücke aus Bronze im Ort oder in der Nähe unseres Dorfes aus der Hallstatt- und Bronzezeit, das heißt etwa vom 12. Jahrhundert vor Christi, weisen auf die Besiedelung unserer Gegend hin.

Völkerwanderung
In die Zeit der germanischen Völkerwanderung, die im 3. Jahrhundert nach Christi etwa begonnen hat und bis ins 6. Jahrhundert gedauert hat, wird es dann etwas konkreter.

Alemannenführer – Uotolf
In diesem Zeitraum, man nimmt etwa das 5. Jahrhundert an, kam dieser für die Gründung und Namensnennung von Edelfingen entscheidende Alemannenführer Uotolf in unser Gebiet und siedelte sich hier, nachdem sie die bisher angesiedelten Kelten verjagt haben, mit einer Hunenschaft (Hundertschaft) an. Das Alemannenvolk, was soviel heißt wie „Vereinte Männer“, war ursprünglich im Gebiet zwischen Oder und Elbe angesiedelt und ein Verband swebischer Stämme, der Vorfahren der heutigen Schwaben.

Dieser Hunenführer Uotolf soll westlich der Tauber, unterhalb der heutigen Ruine unserer Theobaldskapelle, eine Burg, die Hunenburg, in der späteren Geschichte öfters erwähnte Heineburg, gebaut oder eine dort schon vorhandene Fliehburg der Kelten benutzt haben, um von da aus das mittlere Taubertal zu erobern. Auch der heute noch bestehende Flurname Heineburg für die Grundstücke um die Ruine der Theobaldskapelle, weist auf diese mögliche Erstbesiedelung hin.

Namensgebung
Uotolf, der eine gehobene Stellung innerhalb seines Volkes hatte und als „Edler“ bezeichnet wurde, was soviel wie später ein Adliger war, war, wie es damals so üblich war, auch der Namensgeber unseres Dorfes. Ursprünglich Uotolfingen genannt, wobei die Endung „ingen“ auf den alemannischen Ursprung hindeutet, sich im Laufe der Jahre wandelte und über Otilfingen, Oteluingen und Öttelfingen bis es im 18. Jahrhundert zu Edelfingen wurde. Damals hatte ein Pfarrer, der in der damaligen Zeit gleichzeitig Lehrer war, von den Schulkindern die Schreibweise Edelfingen mit Rücksicht auf die schöne Lage des Ortes und der fruchtbaren Gegend verlangt und dabei ist es geblieben. Und so verkehrt ist er ja nicht gelegen, zum einen hatte er recht mit seiner Lagebeschreibung, aber auch historisch gesehen war ja ein „Edler“ Gründer der Ortschaft. Die Endung „ingen“ im Ortsnamen deutet ebenfalls auf die alemannische Gründung unserer Ortschaft hin.  

Eindringen der Franken
Die Alemannen hatten nicht lange Zeit sich hier auszuruhen, denn schon versuchten die Franken in dieses Gebiet einzudringen. Der berühmte fränkische König Chlodwig besiegte 506 endgültig die Alemannen, nachdem er Jahre vorher schon die Römer aus Gallien vertrieben und deren 1000-jähriges Reich beendet hatte. Nun zogen sich die meisten Alemannen aus unserem Gebiet Richtung Südwesten zurück und die Franken besiedelten unser Gebiet. Sie brachten auch die für Edelfingen so bekannten Stopfzwiebele aus dem Taunusgebiet mit. Und die Franken blieben bis in die heutige Zeit hier. Wir leben deshalb hier als Tauberfranken.

Urkundlicher Nachweis
Lassen Sie uns nun einen Sprung in das Jahr 1207 tun, in dem Edelfingen bzw. Utelfingen, wie es zu dieser Zeit genannt wurde, erstmalig urkundlich erwähnt wurde. In einer Urkunde des Bischofs zu Würzburg, zu dessen Gebiet Mergentheim zu dieser Zeit gehörte, wird zu Protokoll gegeben, (wörtlich aus einer Übersetzung der in lateinisch gehaltenen Urkunde) „dass der adlige Ritter Albert zu Hohenlohe zum Heile seiner und seiner Eltern Seelen mit Zustimmung seiner Ehefrau Hedwig und seines Bruders Heinrich sowie seiner Nachkommen das Patronatsrecht der Kirche in Mergentheim mit den dazugehörigen Grundstücken und mit allem Zubehör frei und bedingungslos in frommer Großzügigkeit den Brüdern vom Hospital des heiligen Johannes des Täufers in Jerusalem übertragen hat.“ In dieser Urkunde wird ein „Rudergus von Utelfigen, Laie der vorbenannten Kirche“ als Zeuge der Schenkung neben einigen anderen aufgeführt. Ein paar Jahre später im Jahre 1222 findet man in Akten des Klosters Schöntal einen Wernherus decanus de Otilfingen genannt. Vermutlich ein geistlicher (katholischer) Herr, der damals in unserem Dorf eingesetzt war.

Christianisierung des Taubertals
Nachdem der Frankenkönig Chlodwig 493 eine christliche burgundische Prinzessin geheiratet und anschließend selbst dem christlichen Glauben beigetreten ist, wurde das fränkische Reich ebenfalls christianisiert.

Dem heiligen Bonifatius wird es zugeschrieben, die Bewohner des Taubertales Mitte des 8. Jahrhunderts zum Eintritt in das Christentum bewegt zu haben. Deshalb wird er auch Apostel des Taubertales genannt. Er könnte auch den Auftrag des Baues einer Bergkirche, nämlich unserer Theobaldskapelle, gegeben haben.

Zu dieser Zeit, und das ist interessant, gehörte Edelfingen nicht, was naheliegend wäre, zur Urmark des vermutlichen Reichshofes zu Mergentheim, wie alle anderen umliegenden Orte, sondern wurde zur Cent Königshofen gezählt. In alten Akten wurde Edelfingen der Pfarrei Königshofen und damit dem Bistum Mainz zugeordnet.

Die Edelfinger Herrschaften
Wie jede der ostfränkischen Ortschaften, hatte auch Edelfingen einst seinen Ortsadel. Neben dem schon genannten Rudegerus von Utelfingen verkauften die Herrschaft von Uotelfingen im 14. Jahrhundert ihre Besitzungen an die Deutschordenskommende zu Mergentheim und ließen sich daselbst nieder, wo urkundlich ein Heinrich von Ottelfingen als Bürger zu Mergentheim zu finden ist. Darüber hinaus hatten weitere Adelshäuser wie beispielsweise die Edelherren von Hohenlohe, von Stetten, die Geyer von Giebelstadt, von Wittstadt, von Finsterlohe, von Neuenburg, von Rechberg, von Oetzberg, von Schüpf, von Dittenheim, die Johanniterkommende und das Spital zu Mergentheim vorübergehend Besitz in Edelfingen. Seit dem 13. Jahrhundert erwarb der Deutschorden allmählich den größten Teil von Edelfingen. Als 1503 die von Adelsheim sich in Edelfingen einkauften, hatten der Deutschorden 5 Teile, die von Hohenlohe 2 Teile und die Adelsheimer 1 Teil des Ganerbendorfes in Besitz genommen.

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Verfasser: Werner Mies


Edelfinger Wappen

Wappen Edelfingen

Anlässlich der Änderung des Titels “Schultheißenamt” in „Bürgermeisteramt” im Jahr 1931 mussten sämtlich Dienstsiegel erneuert werden. Da mit der bisherigen Abbildung einer mit Ehrenlaub umkränzten Vase mit Deckel im Dienstsiegel des Schultheißenamts kein Bezug zur Ortschaft herzustellen war, beantragte der damalige Gemeinderat mit Bürgermeister Eckart ein neues Wappen, das “auf rotem Schild einen silbern oder weiß blühenden Apfelbaum” (Antragstext) zeigt, zu bestimmen. Damit sollte auf “den blühenden Obstbau, der hier wie selten gute und reiche Erträge liefert”, hingewiesen werden. Die Archivdirektion des Landes genehmigt deshalb ab dem Jahr 1931 das so gestaltete Wappenbild zu führen.

Verfasser: Werner Mies


Edelfinger Heimatlied

Verfasser: Walter Süssmayer


Sehenswertes in Edelfingen

Evangelische Kirche

So ganz genau weiß man nicht, wann die Edelfinger Kirche erbaut worden ist. Zunächst wurde die Erbauung in die Jahre vor 1600 datiert. Bei der letzten Renovierung der Kirche 1994 entdeckte man ein kleines romanisches Fenster an der Südseite des Kirchenschiffes, das aufgrund seines Baustiles dem 13. Jahrhundert zuzuordnen ist. Eine besondere Note erhielt der Kircheninnenraum durch eine Holzsäule zur Stütze der Empore links vom Altar, die mit Bronzefiguren verziert ist.

Mammutzahn

Dieser Mammutzahn wurde 1965 bei Straßenbauarbeiten im damaligen Neubaugebiet Steinbronnen gefunden und ist in der Rathaushalle ausgestellt.

Katholische Kirche

1945 wurde die kleine Kirche am Ortseingang Richtung Bad Mergentheim durch Kriegseinwirkungen zerstört. Nach dem Wiederaufbau konnte das „Kirchle“ oder „Kapellele“, wie es liebevoll von den Edelfingern genannt wird, 1951 wieder eingeweiht werden. Ein modernes Gesicht erhielt das Kapelleninnere mit dem Einbau eines neuen gläsernen Altars. Die katholische Kapelle trägt den Namen Maria Immaculata (Maria, die unbefleckt Empfangene).

Tauber und Gänswiesle

Der Taubertalradweg führt direkt am idyllisch gelegenen Tauberufer und dem Rastplatz „Gänswiesle“ vorbei.

Bahnhof Edelfingen

1869 wurde mit der Taubertalbahn die für damalige Verhältnisse wichtige und schnelle Schienenverbindung erschlossen. In Edelfingen wurde neben dem Bahnhofsgebäude noch ein Güterschuppen erbaut. In den 1970er Jahren wurde das Bahnhofpersonal Zug um Zug abgebaut; 1994 kam das endgültige Aus für den Edelfinger Bahnhof. Seitdem ist der Bahnhof nur noch eine Haltestelle.

Theobaldskapelle

Geheimnisvoll steht die Ruine der Theobaldskapelle als ältestes Bauwerk von Edelfingen westlich vom Dorf auf dem Bergrücken vor dem Theobaldswald. Der heute noch erhaltene Westgiebel ist ein denkmalgeschütztes Bauwerk. Er ist wahrscheinlich der Rest einer ehemaligen Wallfahrtskapelle. Leider gibt es keine eindeutigen Quellen, die auf die Entstehung dieses Kirchenbauwerks hinweisen. Vermutlich ist die ursprünglich ca. 20 auf 10 Meter große Kirche, die auch einen Turm hatte, im Zeitraum von 1150 bis 1350 erbaut worden.

Evangelisches Pfarrhaus

„Johann Friedrich Kraft von Hohenlohe Senior Lehens Administrator und Patronus hat dieses Pfarrhaus erbaut MDCLXXXI (1691)“ so steht es im Wappen des Pfarrhauses, das früher am Pfarrhauseingang angebracht war, nun aber wegen des besseren Wetterschutzes im Pfarrbüro im Innern des Hauses aufgehängt ist. Auf dem Vorplatz der Kirche wurde anlässlich des 200. Geburtstages von Ottmar Fr. H. Schönhuth, einer der bekanntesten Pfarrer in Edelfingen, eine Linde aufgestellt.

Jüdischer Hochzeitsstein

Früher lebten in Edelfingen viele Juden einträchtig mit den christlichen Familien zusammen. 1858 wurde die Höchstzahl der jüdischen Einwohner mit 198 Personen erreicht. Sie hatten eine eigene Schule und Synagoge, die im Jahr 1791 erbaut wurde. Über Jahrhunderte hinweg hatten die jüdischen Mitbürger sich an Handel und Gewerbe im Ort bis zu den unseligen Ereignissen der Hitlerzeit beteiligt. Der im Rathaus ausgestellte Hochzeitsstein war an der ehemaligen Synagoge angebracht. Die Schriftzeichen um den Stern bedeuten: „Stimme des Jubels und Stimme der Freude“, im Stern steht: „Gut Glück“.

Evangelisches Gemeindehaus

Das neue Gemeindehaus wurde im Jahr 2005 eröffnet. Es enthält einen 90 qm großen teilbaren Gemeindesaal, Gruppenräume, eine funktionsfähige Küche und behindertengerechte Sanitärräume. Im anschließenden Garten findet das jährliche Theobaldsfest statt.

Verfasser: Werner Mies

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